Idee und Text Florian Lutz und Janka Voigt





Regie
Florian Lutz

Dramaturgie
Janka Voigt

Musikalische Leitung
Antonis Anissegos

Bühne und Kostüme
Pia Wessels

Licht
Frederik Wehlmann

Produktionsleitung
Rainer Simon

Musiker

Assistenten
Strangers ist eine zeitgenössische Musiktheatercollage über heutige Migration einerseits und Ausländerklischees in der abendländischen Operngeschichte andererseits, die Wirklichkeit und theatralische Fiktion des westlichen Umgangs mit dem Fremden untersucht und zueinander ins Verhältnis setzt. Insofern stellt das Stück zunächst eine szenische Studie über Menschen mit Migrationshintergrund dar, die durch moderne Nationalstaaten per Gesetz vom eigenen Staatsvolk geschieden und als Sonderfall bürokratischer Betreuung definiert werden. Im trostlosen Warteraum einer deutschen Behörde treffen 12 Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kultur und Wertvorstellung aufeinander, die nur die eine Gemeinsamkeit haben, dass hinter den sie umgebenden Türen über ihr Schicksal als Ausländer entschieden wird. Unter dem Druck dieser Stigmatisierung und der herkunftsbedingten Diskrepanz ihrer Kommunikationsweisen, kulturellen Codes und Umgangsformen entwickelt sich aus dem zufälligen Zusammentreffen beim verordneten Behördengang rasch ein Konfliktpotential, das Formen eines modernen Psychodramas annimmt.
Gleichzeitig handelt es sich bei unseren Strangers um fünf bekannte Ausländer der Operngeschichte und ihr siebenköpfiges Instrumentalisten-Gefolge. Der schwarze Heerführer Otello (Verdi), Madame Butterfly aus Japan (Puccini), der italienische Krüppel Rigoletto (Verdi), die Zigeunerin Carmen (Bizet) und der Türke Osmin (Mozart) werden an jeweils unterschiedlichen Stadien ihrer Geschichten aus diesen heraus gelöst und mit dem heutigen Migrantenalltag in einem deutschen Amtsgebäude konfrontiert. Während der langen Wartezeit beginnen sich ihre Geschichten zu einem explosiven Beziehungsgeflecht zu überkreuzen. Indem sich dabei die zunächst alltäglich erscheinenden Figuren sukzessive als Opernhelden offenbaren, die gerade nicht realistisch charakterisiert werden, sondern durch Klischees und Ressentiments, entsteht aus der anfänglichen Sozialstudie zunehmend eine szenische Reflexion über Wahrheit und Verzerrung in der Wahrnehmung fremder Kulturen. Die Vorurteile und Rassismen von Türkenopern, Zigeunerromantik und tradierten Sehgewohnheiten im Musiktheater sollen hinterfragt werden, indem sie im dramatischen Wechselverhältnis mit den Alltagszwängen heutiger Migranten erscheinen. Wie bei so exzentrischen Figuren nicht anders zu erwarten, entwickelt sich überdies eine spannende und oftmals witzige Geschichte, in der die Situationen der zugrundliegenden Stoffe ein skurriles Eigenleben entwickeln:

Texte

kurze Ankündigung
Konzept Seite 1
Konzept Seite 2
Konzept Seite 3
Musikalische
Bearbeitung

Figurenbeschreibungen



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