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Idee und Text Florian Lutz und Janka Voigt![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Regie
Florian Lutz![]() Dramaturgie
Janka Voigt![]() Musikalische Leitung
Antonis Anissegos![]() Bühne und Kostüme
Pia Wessels![]() Licht
Frederik Wehlmann![]() Produktionsleitung
Rainer Simon![]() Musiker ![]() Assistenten |
Butterfly (Puccini)
hat vor Jahren in ihrer Heimat einen deutschen Blauhelmsoldaten geheiratet. Nach jahrelangem erfolglosen Warten kommt sie schließlich nach Deutschland, um diesen Pinkerton zu suchen. Mit dem Verweis auf ihr Kind und ihre Ehe mit ihm, will sie versuchen, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erlangen. Im Laufe des Stückes erfährt sie, dass ihr Geliebter schon verheiratet ist. Um nun wenigstens ihrem Kind eine Zukunft in Deutschland zu bieten, wird sie ihm das Sorgerecht übertragen. In ihrer devoten Art ist sie, ohne es zu bemerken, genau Otellos Typ. Er schenkt ihr als Zeichen seiner Gunst ein Taschentuch, das sie verstohlen zur Beseitigung der Spuren ihrer Teezeremonie benutzt. Es landet teegetränkt im Papierkorb und wird seine verhängnisvolle Rolle spielen... Otello (Verdi) ist nach dem Eifersuchtsmord an Desdemona auf Bewährung draußen. Jede Woche muss er sich bei seinem Bewährungshelfer melden und über den Fortschritt seines Aggressions-Abbau-Programmes berichten. Unter seiner souveränen und edelmütigen Fassade brodelt die diffuse Erinnerung an seine Tat. Bei jeder Form von weiblicher Koketterie bekommt er Wutanfälle und kann sich nur mühsam durch Atemtechnik und Meditation beruhigen. Wenn es schlimmer wird, nimmt er seinen Sandsack zu Hilfe. Das wird ihm zum Verhängnis als Rigoletto diesen Sack mit seinem eigenen verwechselt, diesen gestohlen wähnt und sich am vermeintlichen Dieb schrecklich rächt: Er schlüpft in die Rolle von Jago und macht Otello glauben, die angebetete Butterfly wäre ihm untreu... Rigoletto (Verdi) ist, nachdem er einen Job als Alleinunterhalter verlor, beim Amt als Hilfsarbeiter angestellt und ordnet Akten von einem Schrank in den anderen. Der Mord an der eigenen Tochter Gilda hat ihn halb verrückt werden lassen. Beständig schleppt er einen mysteriösen Sack mit sich rum, spricht leise auf ihn ein und pflegt auch sonst einen merkwürdigen Umgang mit ihm. So singt er sogar manchmal Duette mit ihm. Manchmal wird ihm schmerzlich bewusst, wie allein und wie gehässig er eigentlich ist. Denn als Angestellter des Amtes kennt er alle Anwesenden und weiß von ihren Problemen und Schwächen. Ständig muss er für Ordnung unter ihnen sorgen und sie in die Schranken weisen. Als ihm sein Sack geklaut wird und er ihn bei Otello wähnt, rächt er sich als Jagos Wiedergänger bitter an ihm... Carmen (Bizet) wurde wieder mal ohne Aufenthaltsgenehmigung aufgegriffen und soll nun abgeschoben werden. Doch die selbsterklärte Lebenskünstlerin begreift die Welt und ihre Rolle darin als ein einziges Abenteuer und „lässt sich nicht unterkriegen“. Fest glaubt sie an ihr Schicksal als Befreierin der Unterdrückten und versucht, die anderen Wartenden zur Revolution gegen das Amt zu bewegen. Wo es nötig ist, berät sie auch gern mit Wahrsagerei. Als ewig nichts geschieht, holt sie ihre akkordeonspielende Begleiterin Micaela nach oben. Die recht verlotterte Streunerin ist über die blühenden Jugendjahre, die sie verkörpern möchte, hinaus und bedient sich des Mythos’ von Carmen, um mehr schlecht als recht ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der Warteraum ist ihr eine willkommene Bühne. Otello reagiert gereizt auf ihre Verführungsversuche, doch Osmin findet Gefallen an ihr... Osmin (Mozart) hat eine rauschende Nacht mit den vier deutschen Mädels eines Streichquartetts hinter sich. Er hat sie auf einer langweiligen Filial-Eröffnung aufgegabelt und ihnen Berlins Nachtleben gezeigt. Aufgekratzt platzen die angeheiterte, ziemlich aufgedrehte Frauenrunde und ihr Held nachträglich in die wartende Versammlung. Noch himmeln sie ihren feurigen, exotischen Orientalen an. Was der auf dem Amt will? Es dauert ja nicht lang, sie können ja in der Zwischenzeit schon mal die Instrumente auspacken. Selbstverständlich zieht Osmin für sein Anliegen keine Wartenummer, sondern stürmt sofort zur Tür des Sachbearbeiters. Aufgebracht reagieren die anderen und bestehen darauf, dass er die Tür freigibt. Mit „Marsch, marsch, marsch, trollt euch fort!“ eskaliert die Situation... |
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